“Sind Sie von der Versicherung?”, wollte ein Spaziergänger wissen. Er konnte nicht so recht nachvollziehen, wieso ich sowas knipse…
Streetphotography ?
Gestern mit kae.krae einen Probelauf gemacht… naja, an unserer Unauffälligkeit müssen wir noch arbeiten.
Wir sind gerade erst ganz unauffällig aus dem Auto gestiegen und pirschen mehr oder (eher) weniger schussbereit über die ersten Straßenmeter. Ob der ältere Herr dort auf der anderen Straßenseite… mit dem Altherrenhut und dem Gehstock… vielleicht ? Nee, wir trauen uns einfach nicht.
Er guckt uns an, klemmt seinen Stock unter den Arm, lüftet höflich den Hut, verbeugt sich mit einem Lächeln und stellt sich auffordernd in Pose.
Vor lauter Schreck hab ich ihn überbelichtet.
Merke:
Lichtmessung via “Spot” ist blöd, wenn´s schnell gehen soll. Also lieber “integral” messen…
Er so: Daumen hoch, Stock wieder runter, weiter.
Wir so: “???”
Der Plan: Wir stürzen uns im Zentrum unauffällig ins Getümmel. Leider tümmelt sich in der “City” rein gar nichts. Es sind kaum Leute unterwegs. Jeder sieht uns (und unsere Fotoapparate) schon von weitem. Ich bin noch nie so oft von Fremden gegrüßt worden. Muss an unserer Unauffälligkeit liegen.
Wir versuchen´s mit Tricks: “Mach einfach so, als würdest du MICH fotografieren!”… und platzieren uns in diesem Sinne um die alte Dame, die auf einer Bank sitzt und genüsslich auf ihrer Brezel kaut. Sie freut sich offensichtlich über die Aufmerksamkeit und lächelt kae.krae offen direkt in die Kamera. Ist wohl auch nicht scharf geworden, das Bild – wahrscheinlich hat kae.krae ratlos den Kopf samt Kamera geschüttelt…
Da es in Sachen “unauffällig in der Masse untergehen” definitiv an Masse fehlt, versuchen wir dann, einfach auf dem Vorplatz des Shoppingcenters rumzusitzen, bis wir “mit der Szene verschmelzen und gar nicht mehr wahrgenommen werden”. Nach 20 Minuten kommen viele Passanten schon zum 2. oder 3.Mal an uns vorbei. Jetzt kennen sie uns, grüßen nett und lassen auch mal ein paar Extra-Worte zu den Fotoapparaten da. Na also: Wir sind voll in die Szene integriert. Nur “unauffällig” funktioniert noch nicht so recht.
Ich erwische immerhin noch ganz unauffällig in voller Unschärfe einen Hund,
der an das Stadtdenkmal pinkelt.
Nach ein paar weiteren mehr oder weniger gelungenen Versuchen (die gelungeneren müsste kae.krae hochladen
) geben wir auf und gehen shoppen.
Als kae.krae – aus Gründen – unbedingt noch die architektonisch meisterwerkliche Fassade des Einkaufszentrums knipsen muss, blickt der Mann von seinem Handy auf und schmitzt freundlich in die Kamera…
Wo sind all die empörten, kamerafeindlichen Leute, deren schrecklicher Rache wir mit größtmöglicher Unauffälligkeit entgehen wollen?
Ein bisschen von kae.kraes Ausbeute gibt´s hier: eins (?) von gestern – und ein paar mehr aus Indien
Wir haben jedenfalls vor, weiter an unserer Unauffälligkeit zu arbeiten.
(Fuji Film Finepix S8000fd)
1. Ich schleppe sie überall hin mit, weil sie weder sonderlich groß, noch schwer, noch “zu teuer” ( = zu schade für alltägliche Einsätze auch in Regen, Sand und Gedränge…) und auch nicht sehr “zusatzausrüstungsintensiv” (die funktioniert z.B. sogar mit handelsüblichen Batterien/Akkus) ist.
Heißt: Ich habe viele Gelegenheiten zum Fotografieren – zum Üben, zum Erfahrungen sammeln… Man sagt ja, dass die ersten 10 000 Bilder eh nicht so toll werden
2. Die Kamera bietet Einstellmöglichkeiten aller Arten – von “nur ISO, Weißabgleich, Lichtmessung, Fokussierung” bis “Blende” über “Zeit” zu komplett manuell. Und damit bin ich bis jetzt (nach 3? Jahren) immer noch vollauf beschäftigt. Klar – der Sensor ist klein, das Zoomobjektiv nicht sonderlich lichtstark (je tele, desto lichtschwach und verwackelungsanfällig, desto schlechter der Autofokus)… aber an den Grenzen der Kamera lern ich ehrlich gesagt mit am meisten.
Und obwohl ich schon länger um die DSLRs rumschleiche, häng ich doch an meiner Bridge – wegen vielseitiger Verwendbarkeit ohne großen Aufwand. Ich bin halt auch mit Sicherheit der, der nach 3 Wochen DSLR schon die halbe Straße auf dem Sensor hängen hat …
recycelter Kommentar zu einer Diskussion bei
HappyBuddha: Fotografie, was nun ?
“Soll es eine bestimmte Marke werden oder eher eine handliche kleine Kompaktkamera, ich weiss es nicht.”
zum Jahresende… Auf dem Weg zu guten Neujahrsvorsätzen…z.B. regelmäßiger Bilder hochladen
mit der Ostertalbahn …
Das ist das Pony von kae.krae…
hab irgendwie ein Faible für Überbelichtungen…
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